Seminar „Die Macht der Bindung in der Paartherapie"

 

Bindung ist für uns Menschen der wichtigste nachgeburtliche Einfluss. Unsere Bindungsstrategien haben einen sehr machtvollen Einfluss auf all unsere Beziehungen, insbesondere auch auf erwachsene Paarbeziehungen. 45% der Bevölkerung haben eine unsichere Bindung, was immer auch eine emotionale Beeinträchtigung in der Paarbeziehung mit sich bringt. Für PaartherapeutInnen wie auch für ihre KlientInnen kann es sehr hilfreich sein, Bindung als grundlegende Dynamik von Beziehungen zu verstehen. Dies kann genutzt werden, von einer unsicheren Bindung (aufgrund von Konflikten, Verletzungen oder Entfremdung) in der aktuellen Paarbeziehung auf eine sichere Bindung hinzuarbeiten.

 

Theorietag (mit Praxisbezug)

Neurobiologie der Bindung, Bindung in der erwachsenen Paarbeziehung, Interventionen.

 

Praxistag

AAI (Adult Attachment Interview) in der Beziehungstherapie. Bindungsorientiertes Vorgehen in Konfliktsituationen - Standardintervention nach Prof. Brent Atkinson

 

Nächste Durchführung voraussichtlich im Frühling 2019

 

Seminarort: Bern, Hotel Kreuz

Kurszeiten: 09h bis 17h

Kursleiter: Filip Pavlinec Waber, lic. phil. Psychologe, Psychotherapeut SBAP

Zielgruppe

·        PsychotherapeutInnen / PaartherapeutInnen, EheberaterInnen, PaarberaterInnen.

·        EinzeltherapeutInnen und EinzelberaterInnen, die oft an Beziehungsthemen arbeiten. Der inhaltliche Überblick ist hier genauso sinnvoll wie für Paargespräche; und fast alle vorgestellten Interventionen können auch in Einzelsitzungen durchgeführt bzw. vermittelt werden.

 

Inhalte des Theorietages

Bindung im Erwachsenenalter

·        Bindung als der wichtigste nachgeburtliche Einfluss.

·        Bindung in langjährigen Paarbeziehungen entsteht analog zur Bindung zwischen Eltern und Kind 

·        Überwindung von alten Verletzungen durch den Aufbau einer sicheren Bindung in der aktuellen Paarbeziehung.

·        Bindung und Sexualität.

·        Bindung und neue Medien, uvam.

Neurobiologie der Bindung

Überblick über die neurobiologischen Grundlagen der Bindung.

Bindung und Achtsamkeit

Die Neurobiologie der Bindung und der Achtsamkeit haben auffällige Überschneidungen. Dies kann therapeutisch genutzt werden.

Aufbau von Nähe bei vermeidender Bindung

Es wird ein Set von Interventionen bzw. Übungen zu diesem Thema vorgestellt.

AAI (Adult Attachment Interview, Bindungsinterview für Erwachsene)

Es wird ein Teil der Theorie vermittelt sowie erste Videobeispiele gezeigt.

Selbsterfahrung

Weder der Theorie- noch der Praxistag beinhalten Sequenzen einer vertiefenden Selbsterfahrung. Dennoch können Sie einiges an Selbsterfahrung mitnehmen, falls Sie das möchten: V.a. durch das Verständnis des AAI können viele Zusammenhänge der eigenen Bindungserfahrung erkannt werden.

 

Inhalte des Praxistages

AAI (Adult Attachment Interview, Bindungsinterview für Erwachsene)

Das am besten validierte Diagnostikinstrument zur Erfassung der Bindungsstrategie bei Erwachsenen ist das AAI. Es wird eine Anwendung des AAI vorgestellt, welche an die paartherapeutische Praxis angepasst ist (es ist aber natürlich auch im Einzelsetting durchführbar). Dessen Durchführung wird mit Videoaufnahmen veranschaulicht. Auch wenn man das AAI nicht selbst einsetzen will, vermittelt dieser Seminarteil einen lebendigen, praktischen Eindruck, wie sich die verschiedenen Bindungsstile in der Paarbeziehung äussern.

 

Bindungsorientiertes Vorgehen in Konfliktsituationen: Standardintervention nach Prof. Brent Atkinson

Gemäss John Gottman werden ca. 70% aller Paarkonflikte durch Unterschiedlichkeiten ausgelöst. B. Atkinson hat diese Intervention für all diese Situationen entwickelt.

Paarkonflikte werden von unserem Gehirn als etwas sehr Bedrohliches eingestuft (dies wird am Theorietag eingehend erläutert). Infolgedessen werden in Bruchteilen von Sekunden 2 automatische, negative Reaktionen ausgelöst, welche eine konstruktive Konfliktlösung oft schon von vornherein verunmöglichen: die physiologische Erregung (Adrenalin usw.) und negative Urteile. Im ersten Schritt wird deshalb diese schädliche Reaktivität angegangen. Im zweiten Schritt geben sich die Partner gegenseitig die Sicherheit, dass sie einander ernst nehmen und füreinander Verständnis entwickeln. Geübte Paare können dies im Beziehungsalltag innerhalb von 3 Minuten umsetzen.

 

Bindung ist die biologische, naturgegebene Grundlage von Paarbeziehungen. Dieser Einfluss ist sehr viel machtvoller, als die meisten Menschen denken würden. Ich sehe eine erstaunliche Konvergenz der aktuellsten Erkenntnisse der Bindungsforschung, Paarforschung, Hirnforschung und Emotionsforschung, die uns heute ein sehr praktisch anwendbares Wissen vermittelt. Wenn wir die faszinierenden Gesetzmässigkeiten der Paarbeziehung kennen, können wir sie, unter gezielter Nutzung der Plastizität unseres Nervensystems, zur Weiterentwicklungen der Beziehungstherapie nutzen.

 

Anmeldung bei:

Filip Pavlinec Waber, lic. phil. Psychologe, Psychotherapeut SBAP

Kilchweg 6

3665 Wattenwil

033 534 02 88

Info(at)paarinstitut.ch

www.paarinstitut.ch

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